Perspektivwechsel: Über unsere Teilnahme beim „Sozialen Stadtrundgang“

Sozialer Stadtrundgang
 
 

Unsere Juso-AG hat am vergangenen Montag, den 23. März, am „Sozialen Stadtrundgang“ des Asphalt-Magazins teilgenommen. Nach einer Begrüßung durch den Geschäftsführer, Reent Stade, nahm uns Asphalt-Verkäufer Thomas mit auf diesen besonderen Rundgang. Neben interessanten Infos zu verschiedenen Anlaufpunkten für Menschen mit unterschiedlichen Problemen, seien es Obdachlosigkeit oder Suchtprobleme, hat uns Asphalt-Verkäufer Thomas auch sehr persönliche Eindrücke vermittelt.

 

Es gibt Anlaufpunkte für Kinder, aber auch für Wohnungslose oder Drogenabhängige

Nachdem jeder in unserer kleinen Gruppe eine Spende überreicht hat, konnte es losgehen. Thomas nahm uns mit zum ersten Anlaufpunkt: dem "Bed by night" in der Celler Straße. Die bunte Containeranlage bietet obdachlosen Kindern und Jugendlichen ganzjährig eine Übernachtungsmöglichkeit, ein warmes Essen sowie umfassende Beratungsangebote.  Die 14 bis 18-Jährigen können sich selbst bei der Einrichtung melden. Direkt daneben befindet sich der Bunker, wo es günstige Räumlichkeiten für junge Musiker zu mieten gibt.

Weitere Stationen des Stadtrundgangs waren das „SOS-Bistro“ und der Kontaktladen "Mecki" am Raschplatz. Beide bieten Essen zu günstigen Preisen, Duschen, Möglichkeiten die Wäsche zu waschen sowie eine Kleiderkammer. Vor dem Mecki-Laden warten unter der Woche 80 bis 200 Leute auf ein Frühstück. Das Essen kommt in der Regel von den Bahnhofsgeschäften. „Da kommt viel zusammen: Das sind etwa zweieinhalb Tonnen im Monat“ so Thomas.  Freitags ist auch ein Facharzt anwesend, der die Patienten gratis – auch ohne Krankenversicherung – behandelt. Das „Café Connection“, ein Beratungs- und Anlaufpunkt für Drogenabhängige und der „ka:punkt“, ein gemütliches Café mit einem vielfältigen Beratungsangebot, bildeten den Abschluss unseres Rundgangs.

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„Das Leben auf der Straße ist knallhart“

Thomas hat uns klar gemacht, wie wichtig solche Anlaufpunkte sind: „Das Leben auf der Straße ist knallhart“, erklärt er uns. Auch in Zukunft müssen diese oft nur durch Spenden finanzierten und durch Unterstützung von vielen Freiwilligen betriebenen Treffpunkte aufrechterhalten werden, denn Thomas weiß: „Das Bild von der Obdachlosigkeit nimmt zu“. Immer öfter sehe man Menschen, die ihre ganzen Habseligkeiten auf einem Fahrradanhänger durch die Stadt fahren.

Auch er selbst hat einiges hinter sich: Nach einer gescheiterten Selbstständigkeit, die einen hohen Schuldenberg nach sich zog, musste er für einige Zeit ins Gefängnis. Als wäre das nicht genug, kam die Spielsucht dazu. Doch Thomas gab nicht auf und wollte die Sucht besiegen: „Ich hab eineinhalb Jahre um einen Therapieplatz gekämpft“. Schließlich wurde er Asphalt-Verkäufer in Langenhagen. Das brachte ihm auf den richtigen Weg und bescherte ihm ein kleines Zusatzeinkommen. Mittlerweile lebt er in einer Wohngemeinschaft und berichtet sehr offen über seine Vergangenheit. Unsere Gruppe hat er jedenfalls sehr beeindruckt – mit seiner persönlichen Geschichte und diesem Stadtrundgang, bei dem Probleme, aber auch Chancen für Hilfsbedürftige Menschen angesprochen wurden.  

 

 


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